Danton

Nach einer Spielzeit voller herausfordernder, aufregender, schöner Rollen kam am Ende noch Danton in Büchners „Dantons Tod“ auf mich zu. Die Premiere war ein schöner Erfolg und eine Bestätigung für das Wagnis, mit diesem komplizierten Text als Sommertheater an die frische Luft zu gehen. Die Kritiken sind voll des Lobes:

„Alexander Gamnitzer jubelt seinem Danton immer wieder dialektischen Witz unter den demonstrativ zur Schau getragenen Hedonismus. (…) Er lässt ihn aufbrausen bis ihm das Blut in den Adern kocht. Bis ihn ein Gefühl zwischen Resignation und Entsetzen beschleicht, weil sie es eben doch wagen, ihn anzutasten.“ schreibt Joachim Lange in der Mitteldeutschen Zeitung.

Auch Matthias Schmidt auf nachtkritik.de ist durchweg positiv: „Der Gefahr, die diesem genialischen Text ja nun mal innewohnt, nämlich, dass die beiden zu in Epigrammen sprechenden Gipsköpfen werden, entgeht die Inszenierung durch ihre Schauspieler. Kurz bevor sie in die Thesenfalle tappen, schaffen es Alexander Gamnitzer (Danton) und Harald Höbinger (Robespierre), ihre Protagonisten tatsächlich zum Leben zu erwecken. Danton etwa, der lange Zeit coole, die ihm drohende Gefahr zynisch weglachende Dandy, schweigt irgendwann gefühlt minutenlang. Ihm fehlen schlicht die Worte, als er sein Scheitern begreift. Und weitergehend uns anschaut und mutmaßt, dass das, was die Revolution wollte, mit uns Menschen vielleicht gar nicht gehe. Das ist großes Theater. Ein Kammerspiel im Über-Drama, direkt neben brennenden Tonnen und unter freiem Himmel. Man trinkt seinen Wein, traut sich aber nicht ihn herunterzuschlucken.“

Gisela Tanner im Saalereporter findet: „Danton, voller Emotionen: Alexander Gamnitzer“

Und auf mdr figaro antwortet Wolfgang Schilling auf die Frage, ob es herausragende Leistungen bei den Darstellern gegeben habe: „Unbedingt! Da möchte ich zuallererst Alexander Gamnitzer hervorheben. Das nicht nur, weil er das Glück der Titelrolle sein eigen nennt, sondern sich diese auch sehr überzeugend zu eigen macht. Er spielt ganz großartig. So nach dem Motto: Hehre Worte, gelassen ausgesprochen, lassen eine ferne Gestalt zum Mitmenschen werden. Und er vermag es sogar, in diesem kraftvollen, immer vorantreibenden Abend, Momente der Ruhe zu schaffen. Da steht er dann plötzlich, sagt einfach nichts, schaut nur ins Publikum und jeder versteht, was in diesem revolutions- und lebensmüden Menschen vorgeht.“

Alexander Gamnitzer jubelt seinem Danton immer wieder dialektischen Witz unter den demonstrativ zur Schau getragenen Hedonismus. So nach dem Motto: Helles Gewand zum sonnigen Gemüt. Er lässt ihn aufbrausen bis ihm das Blut in den Adern kocht. Bis ihn ein Gefühl zwischen Resignation und Entsetzen beschleicht, weil sie es eben doch wagen, ihn anzutasten.